Geschichte

Den ersten Verein als Vorläufer der späteren Landfrauenvereine hat 1898 die Gutsfrau Elisabeth Böhm in Ostpreußen gegründet. Dieser „Landwirtschaftliche Hausfrauenverein“ fand rasch große Verbreitung und hatte  - seit 1916 als Reichsverband – maßgeblichen Anteil am Aufbau des hauswirtschaftlichen Lehrlingswesens und der Lehrfrauenschulungen, auch an der Einrichtung der Mädchenabteilungen in den landwirtschaftlichen Winterschulen. 1916 gelang es Elisabeth Böhm, die Landfrauenarbeit in den Landwirtschaftskammern zu verankern. Die Präsenz der Landfrauen in zahlreichen Fachgremien wurde bald zu einer Selbstverständlichkeit.

Mit der Eingliederung in den so genannten Reichsnährstand 1934 fand die Selbstständigkeit des Vereins im „Dritten Reiche“ ein jähes Ende. Marie-Luise Gräfin Leutrum aus Württemberg-Baden rief 1946 einen kleinen Kreis von Landfrauen zusammen, um über die Neugründung des Verbandes zu beraten. Am 19. August 1947 gründete sie die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Landfrauenverbände, aus der am 19. Oktober 1948 der Deutsche Landfrauenverband hervorging. Idel Oswald aus Hessen-Nasssau und Lisa Handt aus Kurhessen gehörten zu den Gründungsmitgliedern. Am 18. August 1948 wurde in den Räumen der Kasseler Landwirtschaftskammer der Kurhessische Landesverband gegründet. Lisa Handt wurde zur Vorsitzenden gewählt. Käthe Lemke übernahm als Kammerangestellte die Geschäftsführung.
(entnommen aus: 50 Jahre Landfrauenverband Hessen“, Friedrichsdorf 1998)

Die Sachbearbeiterin in der Schulabteilung der Kammer, Käthe Lemke, kannte aus ihrer ostpreußischen Heimat bestens die Arbeit der landwirtschaftlichen Hausfrauenvereine. Sie hat die hauswirtschaftlichen Lehrerinnen angespornt, in ihren Bezirken die Gründung von Vereinen voranzutreiben, um mit ihnen eine gute Basis für Beratung, Erwachsenenfortbildung und Dorfentwicklung zu haben.

Am 14. Mai 1973 schlossen sich die beiden Landfrauenverbände Kurhessen und Hessen-Nassau zum „Landfrauenverband Hessen“ zusammen. An seiner Spitze steht zurzeit die Präsidentin Hildegard Schuster.

 

Die Entwicklung des Bezirkslandfrauenvereins Frankenberg

Im Altkreis Frankenberg war Marianne Behn in den fünfziger Jahren Leiterin der hauswirtschaftlichen Abteilung der Landwirtschaftsschule in Frankenberg und immer engagiert in ihrem Einsatz um die Belange der Frauen in den landwirtschaftlichen Betrieben. Sie gründete am 28. März 1951 den ersten Landfrauenverein in Rosenthal. 1952 folgte der Verein in Wangershausen. Erst 1961 kam Buchenberg und 1962 Schmittlotheim dazu. Marianne Behn war die Geschäftsführerin der Vereine.
Die landwirtschaftliche Fachschullehrerin Elfriede Höhne hatte sie schon seit 1969 bei der Geschäftsführung unterstützt. Nach dem plötzlichen Tod von Frau Behn 1972 übernahm sie das Ehrenamt und bekleidete es bis 2003. Ihr besonderes Anliegen waren die Fortentwicklung und Neugründungen von Vereinen und die Förderung der Mitglieder.

Eva Golde wurde  ihre Nachfolgerin und versah das Amt der Geschäftsführerin bis  2015.
Mit einem breitgefächerten Bildungsangebot und Informationen für die Vereinsarbeit unterstützte sie die Vereine.
Seit 2015 ist Gunhild Scholl die Geschäftsführerin.

Die erste Bezirksvorsitzende war Elise Mengel aus Rosenthal. Sie war mütterlich besorgt um die Vereine, die gerade begonnen hatten, sich zu entwickeln. Der Gedankenaustausch und Zusammenhalt war in dieser Zeit besonders groß.
1973 löste sie Margarethe Bornscheuer aus Haina ab. Sie nahm den Vorsitz bis 1985 wahr. In dieser Zeit wurden die meisten Ortsvereine gegründet. Es herrschte Aufbruchsstimmung. Die Frauen glaubten, etwas bewegen zu können. Sie wollten sich emanzipieren, nicht nur im engen Kreis Einfluss nehmen, sondern auch im Dorf, in der Gemeinde, in der Gesellschaft. Sie wollten die Menschen in den Dörfern zusammenbringen: die Alteingesessenen mit den Neubürgern, Jung und Alt, die Frauen aller Berufsgruppen und Interessen, damit aus dem Nebeneinander ein Miteinander wird.

An diesem Wachstum und dem Ansehen der Landfrauenvereine in der Gesellschaft hat auch Ruth Tijssen-Waller aus Viermünden maßgeblichen Anteil. Von 1985 bis 2007 war sie die Bezirksvorsitzende. Zielstrebig und begeisterungsfähig setzte sie sich unermüdlich für die Belange ihrer Vereine ein. Diese wussten ihr offene, unkomplizierte und positive Einstellung zu schätzen. Die Kontaktpflege untereinander und zu Mitgliedern anderer Institutionen war ihr ein besonderes Anliegen. Damit lassen sich Verbindungen knüpfen, die den Vereinen nützlich sind, war ihr Slogan.

Christa Rauhio aus Schreufa übernahm ab 2007 bis 2015 das Amt der Bezirksvorsitzenden.
Wechselnde und umfangreiche Bildungsangebote in die Vereine zu bringen, war ihr eine Herzensangelegenheit um damit unterschiedliche Alters-, Berufs- und Interessengruppen anzusprechen. Auch Aktivitäten zur Entspannung, lebensnahe Informationen und Freude durften dabei nicht fehlen.

Seit 2015 engagiert sich Eva Golde aus Rosenthal als Bezirksvorsitzende des Bezirkslandfrauenvereins Frankenberg.